Giotto wurde zum ersten Mal in Assisi tätig, als er noch keine 25 Jahre alt war, und zwar in der Zeit zwischen 1290 und 1295, als er einige Fresken in den oberen Wandbereichen der Oberkirche ausführte. Von 1297 - 1299 schuf er den wundervollen Zyklus der Franziskuslegende: 28 Bilder von höchstem Wert. Giotto verherrlicht den hl. Franziskus und der hl. Franziskus verherrlicht Giotto!
In den Jahren von 1310 - 1320 malt Giotto in der Unterkirche weitere Meisterwerke über das Leben Christi und der hl. Maria Magdalena, wo er den überkommenen byzantinisch-romanischen Stil überwindet und neue, weichere, menschlichere, wirklichere und auch heftigere Elemente einbringt.
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Der Raum ist nicht mehr unartikuliert und irrational, sondern perspektivisch und dreidimensional, eine Art "Kasten", der die Szene einrahmt, ein Raum, der im Bezug steht zu den Bildobjekten, die diesen wiederum definieren.
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- Es entsteht eine neue Plastizität, geschaffen aus Volumen und wesentlichen Formen: Die menschlichen Gesichter tragen individuelle Züge, sind "plastische" ovale Formen, die - von tiefen Schattenwürfen gezeichneten - Kleider umhüllen und die Körper ausbilden.
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- Die Landschaft steht in lebendigem Zusammenhang mit der dargestellten Szene, wird ihrerseits mittels einer einmaligen Plastizität und Direktheit zum integrativen Bestandteil der Botschaft.
Giotto bezieht sich auf den hl. Bonaventura, sowohl was die Beschreibung des Lebens des hl. Franziskus betrifft als auch die theologische Auffassung der christlichen Spiritualität.
Die menschliche Existenz wird in einem dreifachen harmonischen Bezug gesehen: Gott - Mensch - Welt.
Mit Giotto hat jene neue Sensibilität, jene neue Auffassung der Welt ihren Anfang, die später in die Renaissance überleiten soll.
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